Back to the roots und weg von Abhängigkeiten
Interview Hermann Weissitsch, Guest Relations & Organisation Manager Casino Velden im Rahmen der Interviewserie „Chancen sehen“ des Verantwortung zeigen! Netzwerks.
Die Interviewserie lässt uns an den persönlichen Erfahrungen während der Zeit der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 teilhaben und an jenen Perspektiven, die sie für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft daraus gewonnen haben.
- Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Wochen?
Es ist schön zu sehen, dass wir Menschen es schaffen in schweren Zeiten zusammenzuhalten. Der Großteil der Bevölkerung hat ja die Maßnahmen der Regierung mitgetragen. Und das, obwohl doch viele dadurch maßgebliche finanzielle Verluste erlitten haben.
- Was war der wohl prägendste Moment?
Als wir, aus eigener Entscheidung, am 13. März um 17:00 unser Haus geschlossen haben. An einem Freitag den 13. war das Haus um 19:00 komplett leer. Komplette Ruhe, das war irgendwie unreal. So wie in weitere Folge auch im Freien, die Natur hat gezeigt, dass sie doch noch da ist. Alles war ruhig, man hörte nur Vögel und Wind.
- Was ist das Allerwichtigste, das Sie sich wünschen, dass wir aus der Krise lernen?
Dass wir das gelernte, gelebte „Gruppeninteresse vor persönlichem Interesse“ zukünftig weiterführen bzw. teilweise weiterführen. Die Geschichte mit den Erntehelfern ist für mich ein Beispiel dazu. Dabei wurde in kurzer Zeit Ersatz für Erntehelfer aus dem Ausland gefunden. Das hat mir gezeigt, dass, wenn jemand arbeiten möchte, können wir auch ohne Hilfe aus dem Ausland derartige Anforderung abdecken. Warum schaffen wir das bei unseren Arbeitslosen sonst nicht? Und wir haben viele Bereiche, wo Hilfe benötigt wird.
- Wo braucht es in Wirtschaft und Gesellschaft auch neue Wege?
Die Abhängigkeit von weit entfernten Ländern ist nicht immer hilfreich. Für ein paar Euro wird viel Kompetenz hergegeben und wir sind abhängig. Lokale Produktion und daraus Beschäftigung für uns sollt einer der zukünftigen Wege sein.
- Welches Motto würden Sie der Zeit nach Corona zuschreiben wollen?
„Back to the roots!“ Unsere alten Stärken wiederaufleben lassen und zeigen was wir können. Und damit unsere Abhängigkeit von anderen verringern.
- Welches Glück haben Sie in den letzten Wochen entdeckt?
Dass ich eine wirklich großartige und unterstützende Partnerin habe. Ich habe es schon als selbstverständlich betrachtet.
30. April 2020