Rückblick | Impulsnachmittag "Zahlen, Daten, Fakten - oder doch Geschichten?" | 20.03.2017, Graz

Im Rahmen des VZ Impulsnachmittags am 20. März 2017 an der FH Campus 02 in Graz standen die neuen gesetzlichen Grundlagen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zentrum. Was sollen Unternehmen über ihr Tun erzählen, was müssen sie berichten? Wo liegt der Schwerpunkt: Im Storytelling oder in der strukturierten Kommunikation von Zahlen, Daten und Fakten?


Alle Fotos zum Impulsnachmittag "Zahlen, Daten, Fakten - oder doch Geschichten?" | (picasa)

Wo liegt der Nutzen zur neuen Transparenz, wo die Herausforderungen? Bringt die neue Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung mehr Bürokratie und weniger Zeit, um Gutes zu tun? In Impulsvorträgen von Wolfram Tertschnig (BMLFUW), Katharina Tatra (FH Campus 02) sowie von Anna Hausegger (dm drogerie markt Österreich), Urs Harnik-Lauris (Energie Steiermark) und Katharina Pucher (KNAPP AG) wurde das Thema im Führungskräftekreis vielschichtig betrachtet.

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer der FH Campus 02 Erich Brugger bot der Nachhaltigkeitskoordinator des Bundes einen Überblick über die neue gesetzliche Verpflichtung: „In Österreich legen derzeit rund 30 der nationalen business big player Nachhaltigkeitsberichte. Gerechnet auf die Gesamtzahl der nationalen Großunternehmen sind das nur 5%. „Schade ist, dass die neuen Mindeststandards von vielen Managern als Zusatzaufwand und neue Bürokratie und weniger als Innovationsquelle wahrgenommen werden“ stellt Wolfram Tertschnig einleitend fest.

Ein ähnliches Bild zeichnet eine Umfrage der FH Campus 02 Graz. Diese ergab, dass nur 1/3 der in Österreich zur Nachhaltigkeitskommunikation verpflichteten Unternehmen derselben aktuell nachkommen. 2/3 der Unternehmen haben noch keine Vorbereitungen getroffen, rund 70% der befragten Führungskräfte im Bereich Finanzen und Controlling konnten keine Rahmentools zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nennen. Auf Basis dieser Daten wurde am Studiengang Rechungswesen & Controlling ein Tool zur einfachen standardisierten Berichterstattung erstellt: Aus einem Spektrum an relevanten Rahmenwerken (GRI, Global Compact, EMAS,…) in einem Excelsheet, können Basisinhalte einfach in ein Word-Dokument zur weiteren Bearbeitung übertragen werden. Bei Interesse an diesem Tool, steht die an der FH Projektverantwortliche Katharina Tatra zur Verfügung.

Neben der Einhaltung gesetzlicher Standards ist eine ausgewogene Mischung guter Geschichten und erläuternder Zahlen, Daten und Fakten, für die anwesenden Unternehmen entscheidend. Das belegten die anschließenden Praxisberichte und Diskussionen:

„In der Energie Steiermark erarbeitet ein Nachhaltigkeitsbeirat, der sich aus internen und externen Stakeholdern zusammensetzt, regelmäßig die relevanten Themen für den Nachhaltigkeitsbericht. Kennzahlen sichern Vergleichbarkeit“ berichtet der Kommunikationschef des Energieversorgers Urs Harnik-Lauris. Vielseitig berichtet die KNAPP AG, die nicht von gesetzlichen Verpflichtungen betroffen ist: „Wir nehmen uns die Freiheit, im Rahmen unseres integrierten Geschäftsberichtes immer wieder neue Schwerpunkte und Akzente zu setzen“ skizziert die Nachhaltigkeitsverantwortliche Kathrin Pucher den Zugang ihres Unternehmens. „Ergänzend nutzen wir Facebook, um Geschichten zu erzählen. Jeder Mitarbeiter ist ein Sprachrohr unseres Nachhaltigkeitsengagements.“ Ein Plädoyer für fundierte Geschichten ist auch das Statement von Anna Hausegger, Gebietsmanagerin bei dm drogerie markt in der Steiermark: „Wir haben so viele Projekte und Initiativen, dass es laufend guten Stoff für die Kommunikation gibt. Engagement prägt durchgängig unsere Unternehmenskultur. Nachhaltigkeit ist unser tägliches Tun, in der Kommunikation stellen wir dies auch dar.“

Nähere Informationen zu den neuen Bestimmungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung finden Sie unter: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01355/index.shtml

Folgende Unternehmen waren beim Impulsnachmittag u.a. dabei: FH Campus 02, KELAG, KNAPP AG, Energie Steiermark, dm drogerie markt, Spar, Woche Steiermark, Holding Graz.



Wir danken unserem Netzwerkpartner FH Campus 02 für die Zusammenarbeit und die Gastgeberschaft bei diesem Impulsnachmittag!





In Zusammenarbeit mit dem VZ Netzwerkpartner FH Campus 02.



 
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