Ein Bericht zur Betrieblichen Gesundheitsförderung

Interview im Anschluss an den Impulsnachmittag zur Betrieblichen Gesundheitsförderung
29. Juni 2016, Klagenfurt

Gesundheit ist Chefsache -
Jutta Schweitzer ist nationale Gesundheitsbotschafterin bei dm Österreich

Mit 6300 Mitarbeitern und 388 Filialen allein in Österreich – 55 000 Mitarbeiter sind es europaweit - gilt der Drogerie-Riese dm als beispielgebendes Unternehmen in Sachen nachhaltige Investitionen in die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Dafür wurde es im Vorjahr mit dem "Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung" ausgezeichnet. Jutta Schweitzer, im Kernjob Filialleiterin von dm St.Veit, war Hauptinitiatorin und ist als nationale Gesundheitsbotschafterin maßgeblich an der Umsetzung des BGF-Programms beteiligt.

Frau Schweitzer, wie sind Sie zu Iihrem derzeitigen Arbeitsschwerpunkt als nationale Gesundheitsbotschafterin gekommen:

Vor fünf Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall und musste in Therapie. Dort traf ich eine Kollegin mit ähnlicher Diagnose und fand heraus, dass fast jeder Ddritte mit Rückenproblemen kämpft .Schmerz ist ein guter Motivator und ich beschloss, aktiv zu werden und mein Unternehmen davon profitieren zu lassen. Gemeinsam mit Christian Brunner, auf dessen Initiative "G'sund im Job" ich bei Recherchen im Internet traf, erarbeitete ich ein Konzept und stellte es der Leitung in Salzburg vor. Kurz danach wurde das Gesundheitsprogramm österreichweit in Gang gesetzt. Derzeit haben wir 28 Gesundheitsbotschafter - 20 weitere sind in Ausbildung.

Wie kann man sich Ausbildung und Tätigkeit des Gesundheitsbotschafters vorstellen?

Interesse am Thema und Gesundheitsbewusstsein sind Voraussetzung für diese Funktion, für die sich jeder Mitarbeiter bewerben kann. Die Ausbildung erfolgt durch zertifizierte Fachleute und besteht aus mehreren Modulen, von der Anatomie- über Muskelfunktionslehre bis zum Praktikum. Als Gesundheitsbotschafter beginne ich mit der Analyse des Verhaltens, das heißt, ich fotografiere meist zuerst den Mitarbeiter von hinten, beobachte, wie er steht und geht, sich bückt oder etwas hebt. Dabei sieht man schon, wie belastet wird und ob bereits Asymmetrien vorhanden sind.  Danach geht es zur Abklärung der Verhältnisse, wobei der Arbeitsplatz analysiert und optimiert wird. Unsere Aufgabe besteht darin, sowohl vorbeugend als auch bei bereits bestehenden Problemen Änderungsvorschläge und Gegenmaßnahmen zu erarbeiten, z. B. ein Programm mit Kräftigungs- oder Dehnungsübungen.

Was sind die bestimmenden Faktoren, damit betriebliche Gesundheitsförderung gelingt?

Am wichtigsten sind die Schaffung von Bewusstsein, die Motivation der Mitarbeiter und die Konsequenz, wenn es darum geht, Verhaltensweisen zu ändern oder bereits bestehende Probleme in den Griff zu bekommen. Das gelingt nur, wenn der Mitarbeiter bereit ist, selbst aktiv zu werden. Das Wwichtigste ist jedoch: Iich muss mit gutem Beispiel vorangehen, denn Gesundheit ist Chefsache. Nur wenn ich selbst z. B. rechtzeitig eine Pause mache und das Thema Gesundheit mir auch privat ein Anliegen ist, kann ich den Mitarbeiter überzeugen. Rückengesundheit sollte bereits im Kindergarten und in der Schule in Angriff genommen werden, so könnte man sich vielerlei Leid ersparen.

Welche weiteren Gesundheitsmaßnahmen gibt es bei dmDM?

Jeder Mitarbeiter hat den Anspruch auf einen Mini-Check, bei dem wie erwähnt Verhalten und Verhältnisse abgeklärt und verbessert werden. Zusätzlich kann bis zu  5 Mal pro Jahr kostenlos ein Lebensberater konsultiert werden und es gibt auch eine Arbeitspsychologin im Unternehmen. Wir haben betriebliche Gesundheitstage, ein umfangreiches Weiterbildungsangebot und eine Mitarbeiterzeitung, die aktuelle Themen im Gesundheitsbereich berücksichtigt.

 

 
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