Rückblick | VZ Impulsnachmittag | Betriebliche Gesundheitsförderung 2.0| 29.06.2016, Klagenfurt

Welche Erfahrungen Unternehmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung in den vergangenen Jahren gemacht haben und wie sich Projekte in Zukunft entwickeln werden und welche neuen Themen anstehen, dazu trafen sich Führungskräfte beim VZ Impulsnachmittag „Betriebliche Gesundheitsförderung 2.0“ am 29.06.2016 beim Gastgeber BKS Bank in Klagenfurt.


    VZ Impulsnachmittag . Gesundheitsförderung 2.0
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„Der Schrittzähler an meiner Hand sagt mir, dass ich heute erst 3.500 Schritte gemacht habe, da fehlt noch einiges auf 10.000“, beginnt Sigrid Neumann, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in der Gebietskrankenkasse Kärnten ihren einleitenden Vortrag zu Trends der Gesundheitsförderung in Unternehmen. Der Trend zur Digitalisierung lässt neue Befragungstools aufkommen. Die TeilnehmerInnen des Impulsnachmittags konnten gleich testen und interaktiv einige Fragen beantworten. Neumann stellte auch Angebote der GKK bei der Projektbegleitung und -bearbeitung und beim Gütesiegelantrag vor, künftig wird ein Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit der Projekte gelegt.

In Impulsstatements berichtete anschließend Unternehmen, die sich schon seit teilweise vielen Jahren firmenintern aktiv mit BGF befassen, von ihren Erfahrungen. Den Beginn in der Runde der Impulsstatements machte Susanne Hödl, stv. Geschäftsführerin von autArK Soziale Dienstleistungen. Besonders beim Engagement von autArK ist zweierlei: die Dezentralität, die die Art der Angebot beeinflusst sowie die gleichwertige Einbindung von Menschen mit und ohne Behinderung in das Programm. Gutscheinen für Sportangebote haben sich da besonders bewährt, auch Angebot zu Entspannung und Ernährung folgten. Das alljährliche Sommerfest wurde zum BGF-Sommerfest, da steht immer ein Part mit Bewegung am Programm. Und heuer sind nun erstmals auch integrative Teams beim Businesslauf am Start gewesen. Manches braucht Zeit, berichtet Hödl.

Für den Gastgeber BKS Bank berichtet Dr. Claudia Klatil vom Engagement der Bank, das bereits über viele Jahre jährliche Gesundheitsschwerpunkte setzt und dieses Engagement als integrativer Teil des CSR-Engagements versteht. Aktuell zum Thema Stoffwechselerkrankungen; auch Rücken, Stress, Haut, Augen und vieles mehr stand schon an. An Angeboten gibt es je ein Bündel an Vorträgen, Workshops, Untersuchungsmöglichkeiten, weiters Webinare, die von Arbeitsplatz aus besucht werden können. BGF findet grundsätzlich in der Arbeitszeit statt, der Mitarbeiter trägt einen Selbstkostenanteil von 10 € p.a. selbst. Mitarbeiter mit psychischen Belastungen können kostenlos und anonym eine Beratungshotline in Anspruch nehmen, die Rückkehr nach längeren Krankenständen wird sorgsam vorbereitet. Nicht zuletzt ist die BKS Bank seit Jahren rauchfrei – ein Schritt, der sich bewährt hat. Für die Zukunft gilt es die Mitarbeiter auf steigenden Druck in der Branche vorzubereiten; Themen wie Resilienz, aber auch aktives Generationenmanagement bilden nächste Schwerpunkt.

Bereits seit 2007 ist Gesundheitsförderung auch im bfi Kärnten verankert, so Marita Pontasch Leiterin des Firmenservice und Personalverantwortliche im Unternehmen. Angebote erreichen die Mitarbeiter intern, aber auch Trainer und Kunden. Unter dem Titel ‚xund & gscheid‘ wurden bereits zwei Projekte gemeinsam mit der GKK und dem Fonds Gesundes Österreich durchgeführt; die Verbindung zum Personalmanagement ist von hoher Bedeutung. Zu den firmeninternen Aktivitäten zählt ein Gesundheitspass, in den die Mitarbeiter durch die Beteiligung ‚Apfelstückchen‘ sammeln und Preise gewinnen können; heuer waren fünf Teams beim Businesslauf dabei, mehrmals im Jahr haben Mitarbeiter Gelegenheit bei Tea-time-Treffen mit der Geschäftsführung ihnen wichtige Themen anzusprechen. Ein regelmäßiger Newsletter und die aktive Einbindung der Mitarbeiter in die Angebote sichern kontinuierliche interne Kommunikation, was für die Verankerung des Themas erfolgsentscheidend ist, so Pontasch. Befragt auf Zukunftsthemen: Die Digitalisierung und altersgerechtes Lernen.

Andere Themen und doch ähnliche Aufgabenstellungen bei Kärntens größtem Kinderbetreuungsanbieter, der Kindernest gem. GmbH mit über 270 MitarbeiterInnen. Bereits seit 2005 wird Gesundheitsförderung wichtig genommen, ist Chefsache, wie die Doppelkonference der beiden Geschäftsführerinnen Cornelia Blaas und Claudia Untermoser beim Impulsnachmittag auch dokumentiert. Zum Spektrum gehört ein Vitaltag für die MitarbeiterInnen  und deren Familien. Auf die Evaluierung der Maßnahmen wird intern großer Wert gelegt, Ressourcen der GKK, AUVA von Fit2Work und anderen werden systematisch genutzt, die Bearbeitung ist über ein internes MultiplikatorInnennetzwerk über alle Bezirke hinweg ausgeweitet. Das Engagement lohnt sich, wie das Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung, die Auszeichnung als frauen- und familienfreundliches Unternehmen und das Gütesiegel für gesunde Küche – aber v.a. die aktive Nutzung der Angebote durch die KollegInnen – belegen. Wichtig der Kindernest, auch die Kleinen in die Aktivitäten einzubinden und Kinder und deren Eltern für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren.

Wann BGF-Projekte erfolgreich sind, werden die Impulsgeber gefragt: Wenn sie fehlen, wenn sie nicht mehr das sind, meint Hödl. Und wenn sie vom Vorstand bzw. der Geschäftsführung mitgetragen sind, sind die TeilnehmerInnen einig. Ausdauer und Konsequenz sind weitere Schlüsselfaktoren – das werde sich auch mit künftigen neuen Schwerpunkten und zunehmender Digitalisierung nicht ändern.

Am Impulsnachmittag teilgenommen haben Verantwortliche u.a. von AMS Kärnten, AMSC Austria, Bistum Gurk, Die Steuerberater, Land Kärnten, Lebenshilfe Kärnten, MOKI Kinderkrankenhilfe und Volksbank.




Wir danken allen TeilnehmerInnen für ihr Kommen und die Diskussionsbeiträge, besonders Sigrid Neumann für ihren Vortrag und der BKS Bank für die Gastgeberschaft!






Gesundheit ist Chefsache
Jutta Schweitzer ist nationale Gesundheitsbotschafterin bei dm Österreich


Mit 6300 Mitarbeitern und 388 Filialen allein in Österreich – 55 000 Mitarbeiter sind es europaweit - gilt der Drogerie-Riese dm als beispielgebendes Unternehmen in Sachen nachhaltige Investitionen in die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Dafür wurde es im Vorjahr mit dem "Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung" ausgezeichnet. Jutta Schweitzer, im Kernjob Filialleiterin von dm St.Veit, war Hauptinitiatorin und ist als nationale Gesundheitsbotschafterin maßgeblich an der Umsetzung des BGF-Programms beteiligt. Lesen Sie mehr...



 
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