"Wir brauchen eine Vernetzung der Netzwerke"

 

 

Ferdinand Sereinig, Site Manager
Philips Consumer Lifestyle Klagenfurt,
im Interview

Herr Sereinig, was assoziieren Sie als Führungskraft mit dem Begriff unternehmerische Verantwortung?

Ferdinand Sereinig: Es ist wichtig, dass man sich neben den operationellen Tätigkeiten die Zeit nimmt, über den Tellerrand zu schauen und die Frage zu stellen: Welche Rolle spielen wir in der Gesellschaft und was können wir beitragen? Viele CSR-Aspekte sind bei Philips natürlich von den konzernweiten Unternehmensstrategien abgedeckt, sei es Umweltschutz, Energie, Verpackung … Aber wir wollen darüber hinaus schauen, was wir in der Region zur Gesellschaft beitragen können, wir wollen den Blickwinkel erweitern und Bewusstsein schaffen. Das war auch mein Trigger für den Einstieg in das Netzwerk Verantwortung zeigen!. Wir sind schließlich ein nicht unbedeutender Arbeitgeber in der Region und man kann davon ausgehen, dass von uns erwartet wird, dass wir mehr tun als das Minimum.

Erwartet von wem?

Ferdinand Sereinig: Von der Gesellschaft. Und natürlich identifiziere ich mich auch selbst damit. Mir ist die Region wichtig und daher habe ich nach Wegen gesucht, wie wir uns als Philips-Standort Klagenfurt einbringen können. Wir tun dies nun auf zwei verschiedene Weisen. Auf der einen Seite stellen wir unser Wissen in Bereichen, in denen wir sehr weit sind – modernes Denken, Prozesse, Innovationskultur – anderen zur Verfügung, und zwar in Form von Kooperationen mit Firmen, Schulen und der Alpe Adria Universität. Auf der anderen Seite steht unser Engagement in der Gesellschaft. Unsere erste Aktivität als Netzwerkpartner von Verantwortung zeigen! war der Besuch der Demenzstation der Geriatrie am Klinikum Klagenfurt im Rahmen der Aktion Adventkalender. Dieses Erlebnis hat mir und meinem Team geholfen, ein kompletteres Bild von der Gesellschaft zu bekommen. Es war faszinierend und beeindruckend zu sehen, dass es hier Menschen gibt, die sich täglich mit hundertprozentigem Einsatz um Demenzpatienten kümmern; zu sehen, was dahinter steckt und was es braucht, um so etwas zu tun. Beim Engagementtag kamen wir dann mit behinderten Jugendlichen zusammen und hatten Gelegenheit, den richtigen Umgang mit ihnen zu lernen und sie dann auch in unser Projekt einzubinden.

Wie hat Ihr Unternehmen davon profitiert?

Ferdinand Sereinig: Unter anderem über das Teambuilding. Wenn man in einer anderen Umgebung neue Aufgaben erledigt, müssen alle mithelfen, sind alle gleich. Die Rollen, die man hier im Haus einnimmt, hat man dort nicht, das ist höchst spannend.

In vielen Unternehmen ist CSR in der Marketing- oder Personalabteilung untergebracht, bei Ihnen ist es Chefsache. Warum?

Ferdinand Sereinig: Es ist mir ein Bedürfnis, das Engagement für die Gesellschaft an meine Mitarbeitern weiterzugeben. Und ich bin ganz überrascht und erfreut, wie groß das Interesse ist. Wir haben beim Adventkalender mit einem Team begonnen und sind mittlerweile mit zwei bis drei Teams beim Engagementtag dabei. Und der Mehrwert, den ich aus dem Netzwerk ziehe, geht ja weit darüber hinaus. Die Partner im Netzwerk haben alle eine ähnliche Grundeinstellung, wodurch man eine sehr gute Gesprächsbasis findet. Frau Straßer sorgt dafür, dass man sich zu verschiedensten Themen austauscht. Beispielsweise waren die Dialoge zum Thema regionale Lebensmittel sehr interessant. Dort wurde auf beeindruckende Weise transparent gemacht, welchen Einfluss die Verwendung regionaler Lebensmittel auf unsere Umwelt hat. Das passt sehr gut zu uns, da wir ja Küchengeräte entwickeln, mit denen man gesunde Speisen aus regionalen Zutaten schnell zubereiten kann. Außerdem findet man über die Dialoge immer wieder Anknüpfungspunkte zu anderen Netzwerkpartnern. Wir sind beispielsweise über den Marktplatzdialog mit Dr. Oetker in Kontakt getreten. So etwas stärkt uns. Wir sind ja auch konzernintern einem Standortwettbewerb ausgesetzt.

Welche Funktion könnte oder sollte Ihrer Meinung nach das Netzwerk im Land in zehn Jahren haben?

Ferdinand Sereinig: Es gibt in Kärnten so viele Initiativen, Interessenvertretungen und Netzwerke –  Industriellvereinigung, Wirtschaftskammer, Microelectronic Cluster und so weiter. Alle versuchen, etwas zu bewegen, es gibt aber wenig Zusammenarbeit. Eine Vernetzung aller Netzwerke wäre daher ein wichtiges Thema. Ich weiß, dass das nicht einfach ist. Verantwortung zeigen! hätte aber alle Voraussetzungen, um so eine Rolle einzunehmen. Es hat den Vorteil, dass es weder politische noch fachspezifische Interessen verfolgt, sondern eine Grundausrichtung hat, bei der eigentlich jeder mit kann.

 
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